Was ist sexueller Missbrauch?

Was ist Kindesmissbrauch?

Sexueller Missbrauch von Kindern ist jede sexuelle Handlung, die an Mädchen und Jungen gegen deren Willen vorgenommen wird, oder der sie aufgrund körperlicher, seelischer, geistiger oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen können. Der Täter oder die Täterin nutzt dabei seine/ihre Macht- und Autoritätsposition aus, um eigene Bedürfnisse auf Kosten des Kindes zu befriedigen.

Bei Kindern unter 14 Jahren ist grundsätzlich davon auszugehen, dass sie nicht zustimmen können. Dies bedeutet, dass ein Missbrauch auch dann vorliegt, selbst wenn ein Kind damit einverstanden wäre.

(Website des Bundesbeauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs; http://beauftragter-missbrauch.de)

 

Was sind Missbrauchsdarstellungen?

Der Besitz, der Erwerb oder die Verbreitung von Darstellungen (bspw. Bilder oder Videos) von sexuellem Kindesmissbrauch ist strafbar. Das Gesetz bezeichnet diese Darstellungen als „kinderpornografische Schriften“.

Der Konsum von Missbrauchsdarstellungen schafft eine zusätzliche Distanz zu den Opfern im Vergleich zu direkten Missbrauchstaten. Jedoch liegt jeder Missbrauchsdarstellung ein realer Missbrauch von Kindern zugrunde. Kinder, die sexuell missbraucht und dabei aufgenommen werden, leiden zudem besonders durch das Fortbestehen der Missbrauchsdarstellungen im Internet.

Der Konsum von Missbrauchsdarstellungen kann zudem die Hemmschwelle senken, selbst Kinder sexuell zu missbrauchen.

 

Wer begeht Missbrauchstaten?

Weniger als die Hälfte (25-40%, Schäfer, Mundt & Feelgood, 2010; Seto, 2008) von Missbrauchstaten wird von Menschen begangen, die sich sexuell vorwiegend zu Kindern hingezogen fühlen (Pädophilie). Die Begriffe Pädophilie und Kindesmissbrauch sind somit zu trennen. Es gibt verschiedene andere Gründe, warum Menschen Missbrauchstaten begehen. Wie zum Beispiel der Wunsch, Macht auszuüben oder der Wunsch, sich jemandem überlegen zu fühlen.