ViVT - Virtual Viewing Time

Ziel des Projektes ist die Erhöhung der ökologischen Validität indirekter Verfahren zur Diagnostik sexuell devianter Interessen. Ein, bereits klinisch angewandtes Verfahren stellt die sog. Methode der Viewing Time dar. Mit Hilfe realistischer drei-dimensionaler Reize und stereoskoper Darstellungsmethoden werden im Rahmen des Projektes sowohl die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen untersucht als auch die anwendungs-orientierten Möglichkeiten untersucht, die diagnostische Genauigkeit der Viewing Time durch den Einsatz virtueller Techniken zu erhöhen. Erste Ergebnisse zeigen das Potential dieses Ansatzes für die forensische Psychiatrie und für die sexual-wissenschaftliche Grundlagenforschung (Fromberger et al., 2015).

Projektleitung: Dr. Peter Fromberger

 

ViRAC - Virtual Environments for the Risk Assessment of Child Abusers

Sexueller Kindesmissbrauch stellt eines der schwerwiegendsten Ereignisse für die gesunde Entwicklung eines Kindes dar. Eine der besten Möglichkeiten, weitere Übergriffe durch bereits verurteilte Straftäter zu verhindern, besteht in einer validen Erfassung des Rückfallrisikos. Aktuelle Instrumente zur Einschätzung des Rückfallrisikos von Kindesmissbrauchstätern erfassen statische und dynamische Risikofaktoren. Diese stützen sich auch neben Aktendokumente auf Selbstauskünfte, die jedoch insbesondere im forensischen Kontext nur bedingt valide sind. Eine direkte Beobachtung von Kindesmissbrauchstätern in Risikosituationen würde die Erhebung valider Informationen erlauben, verbietet sich jedoch aufgrund der damit einhergehenden Gefährdung von Kindern. Eine Möglichkeit, Kindesmissbrauchstäter mit Risikosituationen – ohne Gefährdung Dritter – zu konfrontieren bietet der Einsatz realitätsnaher virtueller Umgebungen. Die Verwendung virtueller Risikoszenarien ist im forensischen Kontext neuartig. Weltweit erstmals werden in diesem Projekt virtuelle realitätsnahe Risikosituationen für Kindesmissbrauchstäter entwickelt und deren Nutzen für intramurale Lockerungsentscheidungen experimentell untersucht. Im Rahmen eines Prä-Post- Designs wird der Informationszugewinn für Risikoprognosen durch eine virtuelle Exposition mit Risikosituationen überprüft. ViRAC ermöglicht so zum ersten Mal die direkte Verhaltensbeobachtung von Kindesmissbrauchstätern in Risikosituationen ohne Gefährdung der Öffentlichkeit.

Das Projekt wird durch Drittmittel des Forschungsförderungsprogramms der Medizinischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen gefördert (Fördersumme: 40.455 Euro).

Projektleitung: Dr. Peter Fromberger

 

ViEye - Virtual Environments for an Eye-Tracking based Assessment of Sexual Interests

Aktuelle diagnostische Ansätze zur Erfassung pädosexueller Interessen basieren auf Aufmerksamkeitsprozesse im Zusammenhang mit einer devianten sexuellen Neigung, um objektive diagnostische Aussagen treffen zu können (Thornton & Laws, 2009). Unsere Arbeitsgruppe entwickelte einen neuen diagnostischen Ansatz in dem Aufmerksamkeitsprozesse auf zwei-dimensionale sexuell bevorzugte Reize im Vergleich zu zwei-dimensionalen sexuell nicht bevorzugten Reizen mit Hilfe der Blickregistrierung erfasst werden (Projekt: Augenbewegungen bei Pädophilie). Wir konnten mit diesem Ansatz zeigen, dass die sexuelle Orientierung sowie die sexuelle Alterspräferenz bei gesunden hetero- und homosexuellen Männern und die Alterspräferenz bei pädophilen forensischen Straftätern anhand von Blickbewegungsparametern mit hoher Genauigkeit abgebildet werden können. ViEyeSex verfolgt das Ziel die ökologische Validität und die diagnostische Genauigkeit des bestehenden zwei-dimensionalen experimentellen Designs zur Erfassung sexueller Präferenzen mit Hilfe von Augenbewegungen durch den Einsatz virtueller Umgebungen signifikant zu verbessern.

Projektleitung: Dr. Peter Fromberger

 

ViRATViRtual Attraction

Das Projekt ViRAT untersucht die Möglichkeiten des Einsatzes VR-basierter Techniken zur Diagnostik von verurteilten Sexualstraftätern in Justizvollzugsanstalten. In Zusammenarbeit mit der Sozialtherapeutischen Anstalt der Justizvollzugsanstalt Rosdorf liegen die Ziele des Projektes in einer Überprüfung der Anwendbarkeit hoch-technologisierter virtueller Systeme bei verurteilten Straftätern, in der empirischen Untersuchung der Akzeptanz virtueller Realitäten bei Straftätern und die Verbesserung der diagnostischen Genauigkeit von verurteilten Sexualstraftätern.

Projektleitung: Dr. Peter Fromberger

Kooperationen: Justizvollzugsanstalt Rosdorf

 

ViTO - Virtual Treatment of aggressive Offenders

Das Projekt ViTO untersucht die Möglichkeiten des Einsatzes VR-basierter Techniken bei der Behandlung von aggressiven Gewaltstraftätern. Erste Evaluationsstudien sollen die generelle Anwendbarkeit virtueller Realitäten bei der Durchführung von Konfrontationstherapien im Rahmen von Anti-Aggressionstrainings prüfen, und die Grundlagen für die Entwicklung eines spezifischen Trainings zur Generierung von Verhaltenskontrolle liefern.

Projektleitung: Dr. Peter Fromberger